Update 2024/25
„Generationenübergreifendes Denken liegt in der DNA unseres Unternehmens“

Wir hatten die Gelegenheit, mit Dr. Philipp Dehn, CEO der DEHN SE und Ur-Enkel des Firmengründers, über die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit zu sprechen – aus unternehmerischer und aus persönlicher Sicht.
Herr Dr. Dehn, Ihr Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und knüpft dieses Jahr mit einem Update daran an. Warum?
Um transparent zu sein – sowohl in Bezug auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie als auch auf die damit verbunden Ziele und Maßnahmen. Wir möchten zeigen, was wir schon erreicht haben, scheuen uns aber auch nicht davor, die Dinge anzusprechen, bei denen wir noch besser werden können. Und weil wir deutlich machen wollen, dass für uns ökologische und soziale Aspekte genauso wichtig sind wie unsere finanzielle Leistung. Daher war es für uns selbstverständlich, diese Transparenz gegenüber unseren Stakeholdern herzustellen.
Sie sprechen die finanzielle Performance an. Sehen Sie Zusammenhänge zwischen dem Erfolg Ihres Unternehmens und dem Thema Nachhaltigkeit?
Auf jeden Fall. Immer mehr Kunden und Geschäftspartner erwarten von uns, dass wir nachhaltig handeln, so z.B. bei der Herstellung und dem Versand unserer Produkte. Wir integrieren Prinzipien der Kreislaufwirtschaft immer stärker in unsere Produktentwicklung und untermauern dadurch unsere Rolle als Technologieführer in der Branche. Wir sehen Nachhaltigkeit aber nicht nur als Innovationstreiber, sondern auch als Möglichkeit, unternehmerische Risiken, z.B. bei der Energieversorgung, zu reduzieren. Deshalb bauen wir die Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien konsequent aus und schützen dadurch auch das Klima.
Der Klimaschutz, aber auch das Thema Nachhaltigkeit steht momentan unter Druck. Gesetzliche Anforderungen werden unter dem Argument des Bürokratieabbaus zurückgenommen oder abgeschwächt. Empfinden auch Sie das als Erleichterung?
Bei DEHN verfolgen wir eine nachhaltige Ausrichtung nicht, um regulatorische Vorgaben einzuhalten, auch wenn wir an allen unseren Standorten rechtlichen Anforderungen uneingeschränkt gerecht werden. Unsere Motivation liegt vielmehr in der Überzeugung, dass wir durch nachhaltiges Handeln langfristig unsere Wettbewerbsposition stärken können. Das, was wir momentan beobachten können, ist für mich zu kurz gedacht. Denn Herausforderungen wie der Klimawandel oder die Ressourcenknappheit werden noch intensiver werden. Mit Blick in die Zukunft müssen wir uns ihnen heute schon stellen. Das treibt uns an, denn wir als Familienunternehmen sind es gewohnt, in langen Zeiträumen zu denken.
Sie haben lange Zeiträume erwähnt. Ist man als Familienunternehmen mit langer Historie nicht per se nachhaltig?
Ich würde nicht behaupten, dass unsere 115-jährige Firmengeschichte allein Beweis genug für die Nachhaltigkeit unseres Unternehmens ist. Doch schon seit Beginn an war es für uns immer ein Grundprinzip, neben dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen, auch fair mit unseren Mitarbeitenden umzugehen. Wenn ich durch das Unternehmen gehe, treffe ich Menschen, deren Eltern und Großeltern schon für uns gearbeitet haben. In diesem generationenübergreifenden Ansatz, den bereits mein Urgroßvater geprägt hat, kommt eine Verantwortung zum Ausdruck, die ich auch für mich sehe: Ich möchte der fünften Generation unserer Familie nicht nur ein zukunftsfähig aufgestelltes Unternehmen hinterlassen, sondern auch ein intaktes soziales und ökologisches Umfeld, in dem sie ihre eigene Zukunft lebenswert gestalten kann.